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SAVATE BOXE FRANCAISE

 

Seit Ende 2016 trainieren wir beim TKV Savate Boxe Francaise, eine französische Kampfsportart, die dem Kickboxen ähnlich ist. Unabhängig von Alter und Geschlecht ist bei uns ist jeder willkommen, der Spaß an dieser Kampfsportart hat oder entwickelt und sich damit fit halten möchte.

 

Historie:

Savate ist eine Kampfsportart, die ihren Ursprung im Frankreich hat. Ursprünglich wurde diese Kampfsportart von französischen Seeleuten aus Marseille ausgeübt.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren diese Techniken, die auch Chausson („Hausschuh“) genannt wurde, in der Unter- und Halbwelt Frankreichs weit verbreitet. Allerdings hatte das damals noch nichts mit der späteren Sportart Savate zu tun, sondern war eine reine Straßenkampfart.

Um 1820 begann sich auch die bessere Gesellschaft, besonders in der Hauptstadt Paris, für Selbstverteidigung zu interessieren.

Michel Casseux (1794–1869), der Straßenkämpfer in Paris beobachtete, wie sie sich überwiegend mit Fußtritten, aber auch einigen Schlagtechniken und verschiedenen „Straßentricks“ bekämpften, eröffnete 1825 das erste Trainingszentrum für Savate. Er stellte dabei auch die ersten Regeln auf. Zu dieser Zeit wurden die Schläge noch mit der offenen Hand durchgeführt, Techniken wie zum Beispiel Kopfstöße waren verboten.

Nachdem Charles Lecour (1808–1894), ein Schüler von Casseux, einen Kampf gegen den englischen Boxchampion Owin Swift verlor, ergänzte er das Savate um die Fausttechniken des englischen Boxens. Das moderne Boxe Francaise entstand.

Savate wurde zunehmend zu einer beliebten Sportart, die sogar an Schulen und Universitäten unterrichtet wurde. Durch den zweiten Weltkrieg und seine Folgen geriet der Sport aber etwas in Vergessenheit, was sich erst seit den 60er Jahren wieder änderte. In den 80er Jahren erfolgte die Gründung eines nationalen französischen und eines internationalen Verbandes.

Seit 1985 gibt es eine internationale Savate-Liga. Savate wird heute in allen Teilen der Erde praktiziert, hauptsächlich in Europa vom Westen bis hin nach Russland, aber auch in den USA und Kanada, Südamerika, Australien und sogar Japan und den ehemaligen französischen Kolonien in Afrika. In Aachen gibt es Savate bereits seit dem Ende der 80er Jahre. Darüber hinaus wird Savate in Deutschland zum Beispiel in Moers, Marburg, Frankenberg, Berlin, Gera und Stuttgart angeboten.

Savate gliedert sich in 3 Disziplinen:

  • das Boxe Francaise Savate, auch französisches Boxen genannt
  • La Savate Défense, ein auf den Straßenkampf ausgerichtetes Selbstverteidigungssystem, das unter anderem auf dem traditionellen Lutte Parisienne beruht und auch Bestandteil der Ausbildung der französischen Fremdenlegion ist sowie
  • den Canne, der Stockkampf.

 

 

 

Techniken und Training:

Beim Savate-Boxe Française werden Füße und Fäuste benutzt, um den Gegner im Rahmen festgelegter Kampfregeln zu treffen. Es gibt verschiedene Fuß- und Fausttechniken sowie Ausweich- und Abwehrbewegungen.

Savate Boxe Francaise unterscheidet es sich von anderen schlaglastigen Kampfstilen wie dem Kickboxenoder dem Karate durch die Ausführung der Techniken. Die Techniken werden immer mit der richtigen Distanz zum Gegner umgesetzt und die Kämpfer sind ständig in Bewegung, wodurch ein bestimmter Grad an Ungewissheit entsteht.

Im Training werden alle Technikübungen situativ am Gegner durchgeführt, um eine rein mechanische Wiederholung der Übungen zu vermeiden. Hier unterscheidet sich Savate von Kampfsportarten wie Karate.

Am Anfang stehen das Erlernen einer sauberen Technik, das Entwickeln von Schnelligkeit und Aufmerksamkeit, so wie Anpassungsfähigkeit an die Situation im Vordergrund. Nach einer Weile werden die verschiedenen Techniken spielerisch kombiniert.

Als Bekleidung werden Boxhandschuhe, Schuhe und der typische Intégrale-Anzug (frz. tenue intégrale bedeutet etwa „vollständiger Anzug“) vorgeschrieben.

Wettkämpfe werden in drei unterschiedlichen Kategorien ausgetragen:

1. der Assaut besteht aus Leichtkontakt zwischen den Kämpfenden. Die Bewertung des Kampfes erfolgt nach der Qualität der gezeigten Techniken, der Trefferzahl und des taktischen Verhaltens im Kampf. Zu harter Kontakt und K.o. sind verboten.

2. Précombat: in dieser Form ist die „Vorstufe“ zum Vollkontakt-Kampf wird in einer erweiterten Schutzausrüstung (Kopfschutz, Schienbeinschutz) gekämpft, ein K.o. des Gegners ist erlaubt

3. Combat: Diese Form ist der Vollkontakt-Kampf, in dem das Ziel darin besteht, möglichst viele Wirkungstreffer oder den K.o. des Gegners zu erreichen. Gekämpft wird mit minimaler Schutzausrüstung (Schuhe, Handschuhe und Bandagen, Zahnschutz, Brust-/Tiefschutz).

Savate Boxe Francaise erfordert ein gutes Distanzgefühl, eine gute Kondition, Koordination, Beweglichkeit und Schnelligkeit.

Wir trainieren bei uns vor allem das Boxe Francaise Savate und gelegentlich auch Elemente aus den Selbstverteidigungs- oder Straßenkampftechniken des Savate Défense.

Dabei stehen Spaß und Fitness im Vordergrund. Wie auch bei anderen Kampfsportarten geht es im Training um Körperbeherrschung, Kraft, Kondition, Beweglichkeit und Technik-Übungen. Bei Fortgeschrittenen kommt das Sparring (Assaut) hinzu.

Unabhängig von Alter und Geschlecht ist jeder bei uns willkommen. Kommt einfach vorbei und probiert es aus. Ihr braucht dafür zunächst nur Sportbekleidung.

Wer dabei bleiben möchte benötigt nach und nach

  • Box- bzw. Savate-Handschuhe
  • Savateschuhe 
  • mittelfristig Genitalienschutz
  • und später Zahnschutz.

 

Das Training wird geleitet von Dr. Bernhard Fuß und Dr. Ralf Schmidt.

Bernhard hat das Savate Training in der zweiten Hälfte der 80er Jahre bis Ende der 90er an der RWTH als Teil des Hochschulsports geleitet. Ralf kam Anfang Mitte der 90er dazu.

Trotz längerer Pause hat sie das Savate nie ganz losgelassen, so dass sich beide freuen, wieder in ihrem Sport aktiv zu sein und ihre Erfahrungen an andere Sportler weitergeben zu können.   

 

Trainingszeiten:

Mittwochs, 20:30 bis 22:00 (und manchmal auch 15 Minuten länger)

Sporthalle Tannenallee in Oberforstbach